ERLEBNISWEG

 

Denkmalgeschützter Friedhof Reistenhausen

 hist karte friedhoefe gQuelle: Skizze Peter Mayer auf Kartenbasis Bayerische Vermessungsverwaltung

Dieser Friedhof ist bereits der dritte im Ortsteil Reistenhausen. Der erste und mitten im Ort gelegene musste dem Neubau der Alten Kirche weichen und stattdessen wurde 1752 an der Bildstraße, außerhalb des damaligen Ortsbereichs, auf dem Grundstück der „Alten Schule“ ein neuer Friedhof angelegt. Dessen Schließung ordneten Mitte des 19. Jh. die Gesundheitsbehörden aus hygienischen Gründen an, zumal Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die Anzahl der Bestattungen, nicht zuletzt durch tödliche Unfälle in den Steinbrüchen und die durch „Staublunge“ in jungen Jahren Verstorbenen, stark zunahm. Teilweise wurden sogar auswärtige Steinhauer hier beerdigt.

Im Jahr 1869 wurde deshalb der jetzige Friedhof mit Leichenhaus und Sezierraum angelegt. Ein Teil der Gräber des alten Friedhofs wurde in den Neuen verlegt und damit auch die Grabsteine aus Sandstein, welche ausnahmslos aus den hiesigen Steinmetz- und Bildhauerwerkstätten stammten. Anzahl und Größe der Grabsteine und teils monumentaler Grabdenkmäler in höchster Steinmetz- und Bildhauerkunst nahm bis zum Ende der Steinmetzindustrie Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts stetig zu. Wenn aber solche Gräber aufgelassen wurden, mussten sie vollständig abgeräumt werden. Damit gingen zahlreiche der schönen und wertvollen Grabdenkmale auf Dauer verloren.

Schon kurz nach der Gründung des Fördervereins zur Erhaltung der Bildstöcke und historischer Werte e.V. beantragte dieser, Maßnahmen gegen den Verlust der wertvollen Kulturgüter zu ergreifen. Dadurch wurde immerhin erreicht, dass durch Auflassungen anfallende Grabsteine außerhalb des Friedhofes aufgestellt wurden. Dies erwies sich jedoch als ein unbefriedigendes Provisorium, da der Friedhof nach und nach sein Gesicht verloren hätte und somit auch das Andenken an die Steinmetzindustrie verloren gegangen wäre. Erneut wurde deshalb der Förderverein unter der Führung des Vorsitzenden Helmut Fuchs aktiv, mit dem Ziel, den alten Teil des Friedhofs und die bedeutsamen Grabmale unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Ein Ortstermin Anfang April 2011 mit Dr. Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege bestätigte die Denkmalwürdigkeit. In Abstimmung mit der Gemeinde Collenberg wurden daraufhin die Liste der schutzwürdigen Einzeldenkmale erstellt, die Kriterien festgelegt und die betroffenen Grabnutzungsberechtigten informiert. 2012 erfolgte offiziell die Aufnahme in die Denkmalliste und seither bedürfen alle Veränderungen der Genehmigung durch das Denkmalamt. Die außerhalb gelagerten Grabsteine sollen Zug um Zug wieder in den Friedhof integriert werden.

 

friedhof reistenhausen gFoto: Peter Mayer

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Foto: Peter Mayer

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Foto: Peter Mayer

Unterhalb des Friedhofs steht weiterhin das 1932 errichtete Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege, das im Zuge der Verlegung der Staatsstraße, der das alte Rat- und Schulhaus zum Opfer fiel, hierher versetzt wurde.

Die Gemeinde Collenberg hat mit der Pflege des Friedhofs eine große, aber auch kulturhistorisch vornehme Aufgabe.

 

kriegerdenkmal aufstellungQuelle: Franz Umscheid, Bürgstadt, Fotoatelier R. Schuhmann

 

 

 

Unterhalb des Friedhofs steht weiterhin das 1932 errichtete Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege, das im Zuge der Verlegung der Staatsstraße, der das alte Rat- und Schulhaus zum Opfer fiel, hierher versetzt wurde.

Die beiden Fotos zeigen das Denkmal bei der Aufstellung und bei der Einweihung am 14. August 1932.

kriegerdenkmal weihe
Quelle: Sammlung Ernst Umscheid, Dorfprozelten 

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